Moldawischer Weinbrand

der Damm bricht

stumm

die Schwäne

feuchte Daunenkissen

auf graubärtige Felder verstreut

wie ausgesetzte Sehnsüchte

sind taub

von den zahnlosen Schlägen der letzten Nacht

wird der Blick weggerissen ins Morgen

nur im Jetzt hebt Zeit sich auf


Abgrenzungsversuche scheitern

an satten Lasuren

bricht das Licht vergangener Tage

doch

die neuen Idioten lachen

trotz alledem

heben sie Gläser zum Wohle der Ahnen


von zartvernarbten Nasenflügeln

tropft zähflüssiger Knochenleim

zurück in die tiefe

dekadente Weite

dünnwandigen Gläser

auf deren Boden

das ölig exzentrische Destillat

olfaktorisch beglückt

und fast unmerklich erschlaffen

Arme und Beine

hängen willenlos betäubt

jungfräuliche Hoffnungen

an stumpfen Leibern

Torsten Pfeffer

2. Jan. 2022